Flugzeug startet, Blick aus Flugzeughalle

Vom verfahrenstechnischen Fundament zur strategischen Gesamtverantwortung: 
Lorenz Förster übernimmt die Führung bei Wulfmeyer

Abheben in Richtung Zukunft: Das ist Lorenz Förster, der neue Wulfmeyer-Geschäftsführer

In einem hoch regulierten und sicherheitssensiblen Markt wie der globalen Luftfahrtindustrie verzeihen Lieferketten und Zulassungsprozesse keine Experimente. Personelle Kontinuität an der Unternehmensspitze ist hier ein zentrales Qualitätsversprechen. Bei Wulfmeyer zeigt sich diese Kontinuität besonders durch eine Person: Lorenz Förster ist seit knapp 30 Jahren bei Wulfmeyer und seit Beginn des Jahres 2026 Geschäftsführer des Unternehmens. Mit einer Kombination aus verfahrenstechnischer Ausbildung, akademischer Basis im Bereich der angewandten Lasertechnik und fast drei Jahrzehnten operativer und kaufmännischer Erfahrung im eigenen Haus steht Lorenz Förster für die gezielte strukturelle Weiterentwicklung des Unternehmens.

Institutionelles Wissen seit fast drei Jahrzehnten

Lorenz Förster, der bereits seit 2009 als Gesellschafter die strategische Ausrichtung des Hauses mitbestimmt, hat das Unternehmen von der Pike auf durchdrungen. Seine Laufbahn spiegelt die Transformation des Aircraft-Zulieferers selbst wider: Vom spezialisierten Handwerksbetrieb mit 25 Mitarbeitenden im Jahr 1996 hin zu einem global agierenden Industrieunternehmen mit heute knapp 90 Spezialisten und beeindruckenden Produktions- und Hallenflächen.


Ein Unternehmen mit dieser Historie und diesem tiefen Vertrauensverhältnis zum Markt zu führen, bedeutet in erster Linie, große Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für unsere Belegschaft, aber vor allem für die absolute Fehlerfreiheit von Systemen, die im Verborgenen der Kabine über Jahrzehnte hinweg funktionieren müssen.
– Lorenz Förster, Geschäftsführer Wulfmeyer


Das Fundament: Verfahrenstechnik und die Realität der Werkshalle

Das Profil von Lorenz Förster bricht bewusst mit dem Muster klassischer, rein akademisch geprägter Management-Karrieren. Sein Weg begann mit einer Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik, die seinen Fokus früh auf verfahrenstechnische Abläufe, die Optimierung von Materialströmen und die logische Verkettung industrieller Produktionsanlagen lenkte. Diese technischen Kompetenzen vertiefte er durch ein fünfsemestriges Studium der angewandten Lasertechnik.

Das tiefgehende Verständnis für physikalische und chemische Materialeigenschaften qualifizierte ihn im Winter 1996 für sein erstes Mandat im Hause Wulfmeyer: ein zeitkritisches, hoch spezielles Projekt zur Fertigung thermischer Isolierpakete für die Notausstiegstüren der damaligen Regional-Airline Hapag-Lloyd (heute TUI).

Damals war die Unternehmensgröße so überschaubar, dass ich in jeder Abteilung Vertretungen übernommen habe. Im Laufe meines Arbeitslebens habe ich die Rollen nicht nur gewechselt, ich bin richtig in sie hineingewachsen.
– Lorenz Förster, Geschäftsführer Wulfmeyer

Vom Vertrieb zur kaufmännischen Gesamtleitung

Der Wendepunkt für das Unternehmen kam im April 1997, als Lorenz Förster in den internationalen Vertrieb wechselte. Um auch kaufmännisch fit zu sein, hat er sich zusätzlich zum Industriefachwirt weitergebildet. Danach folgte eine ganze Reihe von Meilensteinen, die dafür gesorgt haben, dass Wulfmeyer heute als spezialisierter Nischenplayer am Markt unterwegs ist:

2006

hat er den Vertrieb übernommen.

2009

ist er als Gesellschafter eingestiegen.

Seit 2019

führt er unter seiner zusätzlichen Verantwortung als kaufmännischer Leiter Controlling, IT-Administration, Personalwesen, Einkauf und Logistik zusammen.

Auf Kurs in einem hoch regulierten Markt: Ein paar Fragen an Lorenz Förster

Wulfmeyer steht seit Jahrzehnten für Präzision und Verlässlichkeit in der Luftfahrt. Was bedeutet es heute, ein Unternehmen mit einer so langen Historie in die Zukunft zu führen?

Lorenz Förster: Für mich bedeutet es vor allem, eine ganz neue Art von Verantwortung zu übernehmen. Für unsere Kunden, für unsere Mitarbeiter und für das, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Gerade in der Luftfahrt sind Präzision, Verlässlichkeit und Qualität Grundvoraussetzungen. Gleichzeitig ist es heute nicht mehr genug, sich auf Erreichtem auszuruhen. Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo man Bewährtes konsequent sichert und zugleich offen für Veränderungen bleibt — technologisch, organisatorisch und auch im Denken. Genau diese Balance ist aus meiner Sicht entscheidend.

Was möchten Sie weiterentwickeln und was soll bewusst erhalten bleiben?

Lorenz Förster: Weiterentwickeln möchte ich vor allem unsere Strukturen, Prozesse und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit. In einem mittelständischen Unternehmen liegt viel Stärke in kurzen Wegen und hoher Identifikation mit der Branche. Diese Stärke kann aber nur dann ihr volles Potenzial entfalten, wenn wir sie durch klare Verantwortlichkeiten und zukunftsfähige Prozesse unterstützen.

Bewusst bewahren möchte ich unsere Haltung zur Qualität, unseren hohen Anspruch an die Präzision und unsere Verlässlichkeit im Umgang mit Kunden und Partnern. Ebenso wichtig ist mir die mittelständische Kultur des Hauses: die Nähe zu den Menschen, das pragmatische Handeln und das langfristige Denken.

Wo muss ein mittelständisches Unternehmen wie Wulfmeyer heute beweglich bleiben und wo darf es bewusst nicht jeder Entwicklung folgen?

Lorenz Förster: Beweglich bleiben müssen wir überall dort, wo sich Märkte, Kundenanforderungen, Technologien und regulatorische Rahmenbedingungen kontinuierlich verändern. Gerade in der Luftfahrt sind Anpassungsfähigkeit und vorausschauendes Handeln essenziell. Gleichzeitig halte ich es für wichtig, nicht jedem Trend reflexartig zu folgen. Der Mittelstand ist dann stark, wenn er mit klarem Urteil entscheidet, welche Entwicklungen wirklich relevant für das eigene Geschäftsmodell und die eigenen Kunden sind. Nicht jede neue Idee schafft automatisch Mehrwert. Entscheidend ist es, Innovation mit Augenmaß zu verfolgen und dabei die eigene Identität und den Qualitätsanspruch nicht aus der Hand zu geben.

Sie kennen das Unternehmen seit fast 30 Jahren aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Wie verändert dieses tiefgehende Wissen den Blick auf heutige Entscheidungen als Geschäftsführer?

Lorenz Förster: Ich glaube, dass dieser breite Blick sehr hilft, Entscheidungen nicht nur aus einer theoretischen Managementperspektive zu treffen, sondern aus einem tiefen Verständnis für das Unternehmen heraus. Ich habe Wulfmeyer in projektbezogenen Aufgaben kennengelernt, später im Vertrieb, in der Vertriebsleitung und schließlich in der kaufmännischen Gesamtverantwortung. Dadurch weiß ich, welche Auswirkungen Entscheidungen im Arbeitsalltag haben — für Kunden, für Teams und für interne Abläufe. Das führt aus meiner Sicht zu einem sehr bewussten, abgewogenen Führungsstil: strategisch denken, aber die operative Realität immer mit im Blick behalten.

Was macht langjährige Kundenbeziehungen in der Luftfahrt aus und welche Bedeutung haben Vertrauen und Verlässlichkeit?

Lorenz Förster: Langfristige Kundenbeziehungen in der Luftfahrt basieren vor allem auf Vertrauen, Verlässlichkeit und einem gemeinsamen Qualitätsverständnis. In unserer Branche sind die Anforderungen hoch, die Prozesse komplex und die Erwartungen an Präzision selbstverständlich. Deshalb entsteht eine belastbare Partnerschaft nicht kurzfristig, sondern über viele Jahre hinweg durch konstante Leistung, transparente Kommunikation und die Fähigkeit, auch in anspruchsvollen Situationen ein verlässlicher Partner zu sein. Wer in der Luftfahrt dauerhaft erfolgreich zusammenarbeitet, muss nicht nur liefern, sondern auch die Sprache des Kunden verstehen und langfristig mitdenken.

Fazit: Fokus auf die Kernkompetenz

Mit Lorenz Förster als Geschäftsführer zeigt Wulfmeyer, wie wichtig die eigenen Wurzeln für das Unternehmen sind. Das Zusammenspiel aus seinem Verständnis für die Wulfmeyer-Historie und seinem praxisorientierten Werdegang wird zur Landebahn eines zukunftsorientierten Unternehmens. So bleibt Wulfmeyer auch in der sich ändernden Luftfahrtindustrie der globale Maßstab für Sicherheit, Qualität und Kontinuität im Flugzeuginnenraum.